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Katharina betreut wilde Mustangs in Florida

Katharina N. wohnt in der Nähe von  Köln, hat 2014 ihr Abitur gemacht und anschließend 2 Monate auf einer Ranch in Florida verbracht , wo sie half, wilde Mustangs zu betreuen und auszubilden. Über www.linguport.de fand Katharina eine Organisation, die ihren Traum, einen Aufenthalt  in den USA mit Pferden zu  verbringen, Wirklichkeit werden ließ. linguport.de führte anschließend ein Interview mit Katharina, das wir hier widergeben.

Wie kam es, dass du dich dafür interessiert hast, nach dem Abitur für einige Zeit ins Ausland zu gehen?

Eigentlich hatte ich nie den Mut und die Motivation gehabt ins Ausland zu gehen. Aufgrund des enormen Abiturstresses habe ich dann aber doch angefangen darüber nachzudenken. Ich wollte mich nach dem Abitur auf etwas freuen und da ich noch nicht wusste, was ich studiere, habe ich begonnen, mich zu informieren.

Wie kamst du auf die Idee, ein Praktikum mit Pferden machen zu wollen?

Seit ich ein kleines Kind bin, bin ich in Pferde vernarrt! Ich habe selber ein eigenes Pferd und lebe dieses wunderbare Hobby in allen Zügen aus. Ich habe mir immer gesagt, wenn ich mal nach Amerika kommen sollte, will ich die Pferde sehen! Ich selbst habe mein Pferd western ausgebildet und bin hochmotiviert viele neue Methoden im Umgang und der Ausbildung mit Pferden zu erlernen. Somit habe ich mich entschlossen, ein Projekt zu finden, in dem ich viel mit Pferden arbeiten kann und Neues dazulerne.

Wie bist du dann vorgegangen, als du dich entschlossen hattest, den Plan umzusetzen?

Ich bin durch einen Kontakt meiner Mutter an eine Dame geraten, die einen Freund auf einer Ranch in Montana hat. Ich habe diese Dame kontaktiert und sie hat mir telefonisch einige Details über die Ranch mitgeteilt und wollte sich auch mit mir treffen. Das Paar hat immer wieder Gäste auf der Ranch, die verpflegt werden müssen. Ich hätte dann Aufgaben wie Zimmerpflege etc. übernehmen müssen. Zudem hätte ich Ausritte mit den Touristen machen können uvm. Außerdem hat das Paar rund 200 Rinder, die mit den Pferden getrieben werden müssen und natürlich wollen sowohl Rinder, als auch Pferde verpflegt werden.

Mit all diesen Aufgaben war ich einverstanden, allerdings wurden mir die Informationen der Dame mit der Zeit immer suspekter und letztendlich hat sie dann unser Treffen abgesagt. Daraufhin habe ich angefangen mich nach Organisationen umzuschauen.

Warum hast du dich für die gewählte Organisation entschieden?

Letztendlich habe mich dann doch für eine Organisation entschieden, weil ich durch meine schlechte Erfahrung mit der Dame aus Montana etwas abgeschreckt war. Ich wollte durch die Organisation einen sicheren Weg gehen und mich auch für den Fall, dass es mir nicht gefällt, absichern.

Wie lange vor Abreise hast du den Vertrag mit der Organisation abgeschlossen?

Ich habe die Organisation circa Anfang März kontaktiert. Sie haben mich sehr kompetent beraten und daraufhin habe ich den Vertrag im April unterschrieben.

Wie sahen die Vorbereitungen bis zur Abreise aus? Gab es dabei Unterstützung durch die Organisation. War diese Unterstützung hilfreich?

Die Organisation hat mir ein Infopaket per Post zukommen lassen, in dem Unterlagen zur Einreise, Versicherung, Informationen zum Aufenthaltsort, Check-Liste zum Packen und Informationen zum Land enthalten waren. Sie haben mir außerdem mitgeteilt, in welchem Zeitraum mein Aufenthalt stattfinden kann. Ich musste dann selbstständig einen Flug buchen. Da ich mit der Organisation per Email ständig in Kontakt war, habe ich ihnen meine Flugdaten per Email zukommen lassen. Meine Organisation hat diese dann für mich weitergeleitet.

Ich denke, diese Unterstützung ist vor allem dann sehr hilfreich, wenn jemand gar keine Ahnung oder Vorstellung hat (so wie ich). Ich habe einen Weg gezeigt bekommen, den ich gehen konnte und die Organisation hat mich immer wieder an wichtige Dinge erinnert oder mir gesagt, wann ich wie etwas machen muss. Somit war ich organisatorisch abgesichert und konnte mich gleichzeitig noch auf mein Abitur konzentrieren.

Wie lange dauerte das Praktikum?

Meine Freiwilligenarbeit dauerte 8 Wochen, da dies als Maximum bei meiner Organisation angegeben war. Allerdings hat sich dann herausgestellt, dass ich auch 12 Wochen hätte bleiben können, was im Nachhinein wirklich schade war, da es mir sehr gut gefallen hat und ich gerne länger geblieben wäre.

Was hast du konkret vor Ort gemacht? Worin bestand deine Arbeit?  (hier könnten Sie einen typischen Tagesablauf  beschreiben oder eine tabellarische Auflistung von Tätigkeiten erstellen)

Morgens/Vormittags: 8.00Uhr -12.00Uhr
Pferde an Platz A misten und füttern
Zu Platz B fahren und dort die „Chores“ beenden (sprich: Pferde misten, Futtertröge säubern, Wasser auffüllen, Heu und Kraftfutter füttern)
Die anderen Tiere, wie 14 Hunde, 1 Kaninchen, 3 Meerschweinchen, 9 Hühner und ein Schwein verpflegen, Mittagessen zubereiten, ab 12.00 Uhr Mittagspause.

Mittags/Nachmittags 13.00- ca. 18.00 UhrPferde kontrollieren: Wasser, Heu nachfüllen, Pferde mit dem Wasserschlauch abspritzen,  Pferde putzen.
Manchmal sind wir reiten gegangen, dann haben wir die Pferde fertig gemacht und in den Hänger verladen. Mit den Trucks und den Hängern sind wir dann immer an verschiedene Orte gefahren und dort ausgeritten.

Allerdings sind wir auch am Nachmittag öfter mal zum Strand gefahren oder an einen Fluss zum Kajaken, wo wir Alligatoren und Schildkröten hautnah gesehen haben.


Zudem wurden wir auch zum „Airboaten“ eingeladen, was mir wirklich viel Spaß bereitet hat!

Einmal waren wir sogar im Zoo und konnten viele exotische Tiere bestaunen.
Oft haben wir am Nachmittag mit den Pferden gearbeitet oder verschiedene Trainer kamen vorbei und haben uns Hilfestellung bei der Arbeit mit verschiedenen Pferden gegeben.

Wie man schon sieht gibt es bis auf die morgendlichen „Chores“ keinen festen Ablauf. Wie sich unser Nachmittag  gestaltet hat, ist immer sehr spontan entschieden worden.

Ich habe von Montag bis Samstag gearbeitet, Sonntag war mein einziger freier Tag, den ich gerne an unserem hauseigenen Pool verbracht habe. Gelegentlich sind wir Freitag oder Samstagabend auch mal in Restaurants oder Pubs gefahren, in denen Live-Musik gespielt wurde.
Abends ab 18.00 Uhr
Pferde an Platz A und B füttern und tränken
ca. 19.00 Uhr Abendessen (konnte aber auch mal früher oder später werden)

Wie war die zeitliche Verteilung von Arbeit und Freizeit?

Ich denke, die zeitliche Verteilung von Arbeit und Freizeit kommt vor allem auf den Betrachter an. Freizeit ist hier eine Art der Definition. Im Prinzip hat sich unser Tag nur um die Pferde gedreht. Wer Pferde hat, weiß, dass dann nicht mehr viel „Freizeit“ übrig ist. Allerdings ist genau das für mich Freizeit. Ich habe Spaß daran mit den Pferden zu arbeiten und neue Methoden zu erlernen. Somit denke ich muss jeder die zeitliche Verteilung von Arbeit und Freizeit für sich selbst definieren.

Unser Pool:                                                            Vorbereitung zum Ausritt:

             

                                                                               

Wie hast du die Freizeit verbracht?

Wie bereits erwähnt, habe ich natürlich viel Zeit mit den Pferden verbracht. An meinem einzigen freien Tag habe ich lange geschlafen und in Ruhe draußen in der Sonne gefrühstückt, mir ein Buch und meine Musik mit rausgenommen und mich zu den anderen in die Sonne gelegt.

Hattest du irgendwelche tolle Ergebnisse, von denen du uns hier erzählen möchtes?

Tolle Erlebnisse hatte ich viele, vor allem habe ich die Zeit mit den anderen Freiwilligen, die aus allen teilen der Welt kamen (z. B. Schweden, Argentiniene, Australien, Dänemark oder Italien) sehr genossen. Mit einigen bin ich auch heute noch in Kontakt. Eines der verrücktesten Erlebnisse war, als ich die Trucks fahren durfte (was sonst niemand durfte). Ich habe große Freude am Auto fahren und natürlich wollte ich mir auch das nicht entgehen lassen! Es war ein tolles Gefühl einen so großen Truck auf den Straßen Floridas zu fahren.

Außerdem sind wir oft auf der Ladefläche der Trucks rausgefahren und haben Sonnenuntergänge bestaunt:
 

  
 

Nachdem du nun 2 Monate Praktikum hinter dir hast: was denkst du, worin besteht der Wert eines solchen Praktikums?

Ich denke der Wert in einer solchen Erfahrung liegt vor allem darin, dass man sich selbst noch einmal ganz neu kennenlernt und Stärken an sich entdeckt, die man vielleicht vorher nie gesehen hat. Ich habe mich in dieser Zeit viel mit mir auseinandergesetzt, was auch nicht immer schön ist, mich aber selbstbewusster und offener für vieles gemacht hat. Mich hat diese Zeit bestärkt und mir neue Möglichkeiten aufgezeigt. Ich habe viele tolle Menschen von überall auf der Welt kennengelernt und dafür bin ich wirklich sehr dankbar.

In meinem Fall habe ich natürlich auch genau das erreicht, was ich erreichen wollte. Ich habe mein Wissen über den Umgang mit Pferden erweitern können und viele atemberaubende Momente mit den Tieren erlebt.

Welchen Tipp/welche Tipps hast du für andere Schüler/innen, die sich für ein Praktikum im Ausland interessieren?

 Als Tipp für andere Schüler/innen würde ich sagen, dass jeder in sich selbst „hineinhören“ sollte, um seine Interessen zu entdecken, bevor er eine solche Reise antritt. Gerade, wenn man wie ich, zu Anfang sehr unsicher ist, sollte man sich Zeit lassen und bei verschieden Organisationen anrufen und sich beraten lassen. Außerdem habe ich mich mit einer Organisation vor meiner Reise sicherer gefühlt, weil ich wusste, wenn es mir nicht gefällt, kann ich immer noch etwas anderes machen.

In diesem Sinne, wünsche ich jedem, der sich für den gleichen Weg entscheidet alles Gute und eine tolle und unvergessliche Zeit!

 Surftipp: Hier findest du Freiwilligenaufenthalte und Praktika im Ausland

-Mein Abschied- (photo taken by: Malice Maklin Smith)