„Wohin geht eigentlich das Geld, das wir für den High School-Aufenthalt zahlen?“

Diese, von Schülern und Eltern oft zu hörende und andere hiermit zusammenhängende Fragen  sollen  hier am Beispiel der Standardprogramme USA („USA-Classic“) erläutert werden.
Die USA sind mit z. Zt. 28,000 ausländischen Gastschülern das weltweit beliebteste Ziel für einen Gastschulaufenthalt. Ein High School Aufenthalt in den USA kostet  für ein Schuljahr zwischen ca.  7000 und 9000 Euro.
Viele Schüler/innen, aber noch mehr ihre Eltern fragen sich (und ihre Lehappy graduateshrer, manchmal auch die Anbieter), was mit diesem Geld passiert, d.h. wer wie viel wofür bekommt.
Obwohl dies auch in der Vergangenheit nach unserem Kenntnisstand kein Anbieter jemals behauptet hat, hält sich bei vielen Schülern und Eltern die Annahme, dass mit dem Geld vor allem die Gastfamilien bezahlt werden und ein Teil für die Organisation des Aufenthaltes beim Anbieter verbleibt.

Die Gastfamilien erhalten kein Geld für die Aufnahme eines Jugendlichen

Das Erstaunen ist oft besonders groß, wenn Schüler und Eltern erfahren, dass z. B. bei den Standardprogrammen in den USA (sog. „USA Classic“)  die Gasteltern gar kein Geld für die Aufnahme eines Gastschülers bekommen.  Dies ist dort  sogar per Gesetz verboten (Code of Federal regulations, Title 22: Foreign Relations, Part 26: Exchange Visitor Program , §62.25 Secondary School Students, d) Program admonistration(6)). Man möchte hiermit vermeiden, dass Gasteltern nur deshalb am Austauschprogramm teilnehmen, weil sie hierfür Geld erhalten (könnten).

Warum sind die Gastfamilien bereit, einen ausländischen Jugendlichen für ein Schuljahr kostenlos bei sich aufzunehmen?

Die USA sind (ähnlich wie Kanada, Australien oder Neuseeland) ein Einwanderungsland. Alle ihre Bewohner haben Vorfahren in anderen Teilen der Welt. Der Kontakt zu den Vorfahren im Ausland und erst recht zu den Ländern der Vorfahren ist oft  sehr spärlich. Der Durchschnittsamerikaner  hat häufig weder die finanziellen Mittel und aufgrund der geringeren Urlaubszeiten auch nicht die Zeit für einen längeren Auslandsaufenthalt. Das Interesse an anderen Ländern und Kontinenten und vor allem an den Herkunftsregionen der Vorfahren sowie der Offenheit für Neues blieb den Bewohnern der USA jedoch seit den Zeiten der Einwanderungen erhalten.  Die sprichwörtliche Gastfreundschaft galt und gilt für Neuankömmlinge genauso wie für kurzzeitige Besucher. Und diese historisch begründete  Gastfreundschaft und das Interesse an anderen und Anderem haben sich bis heute erhalten und sind einer der wichtigsten Gründe für die große Aufnahmebereitschaft der amerikanischen Gastfamilien.

Austausch über eine Organisation

Der Austausch über eine  Organisation ist insbesondere nach den seit Mitte der 90er Jahre  erlassenen strengen Regularien seitens der amerikanischen  Behörden der Normalfall bei der Organisation eines High School Aufenthaltes geworden. Hierbei arbeiten die deutschen Anbieter mit  einer von zahlreichen offiziell zugelassenen US-Partnerorganisationen („secondary school exchange visitor program sponsor“ )  zusammen, die von der gemeinnützigen Organisation „Council on Standards for International Educational Travel“ in der sogenannten „Advisory List“ aufgeführt werden“ (www.csiet.org).
Die amerikanischen Partnerorganisationen haben in den jeweiligen Schulregionen lokale Koordinatoren, die die Gastfamilien nach festgelegten Kriterien aussuchen und diese mehrmals während des Schuljahres aufsuchen. Sie betreuen die deutschen Schüler/innen und sind ihre lokalen Ansprechpartner für alle Fragen des Aufenthaltes.  Die amerikanischen Partner verlangen von ihren deutschen Partner eine gewissenhafte Auswahl der Schüler/innen sowohl nach formalen Kriterien (Alter, Schulnoten, Gesundheitszustand) als auch der Überprüfung  von charakterlichen Eigenschaften und der Reife, die für ein solches Unternehmen notwendig sind.

Hieraus ist ersichtlich, dass ein High School Aufenthalt einer äußerst intensiven und langwierigen Vorbereitung bedarf, die nicht nur „so nebenbei“, sondern professionell organisiert werden muss, um den gewünschten Erfolg zu gewährleisten.

Der Sprachreiseanbieter Global Youth Group e. V.  gibt in seinem Katalog eine Aufschlüsselung der Verteilung der Gelder, die wir mit freundlicher Genehmigung von Global Youth Group hier wiedergeben.

 Verteilung der Kosten eines High School-Aufenthaltes: (am Beispiel des sog. „Premium-Programmes“ von Global Youth Group e. V.) 

Auswahl der Teilnehmer:   Materialien, Räume und Organisation 2,2%
Vor- und Nachbereitung: Materialien, Räume und Organisation 3,3%
Ehrenamtliche Helfer: regelmäßige Schulung der ehrenamtlichen Helfer, die für ihren Einsatz Fahrkostenerstattung und eine geringe Aufwandsentschädigung erhalten 3,3%
Reisekosten  12,6%
Versicherungen   6,6%
Leistungen im Gastland (USA): Zahlungen an die Partnerorganisationen in den USA, die eine hauptamtliche Geschäftsstelle betreiben und die lokalen Koordinatoren auswählen und schulen.   55,6% 
Serviceleistungen des deutschen Anbieters:
In der Regel unterhalten auch die deutschen  Anbieter eine hauptamtliche Geschäftsstelle, von wo aus sie die Vor- und Nachbereitung des Aufenthaltes organisieren und  Teilnehmer, Eltern, Interessenten und Bewerber  betreuen sowie in vielen Fällen eine 24-Stunden-Notrufnummer unterhalten.
16,6% 
Quelle: Global Youth Group e. V. , Katalog 2013, S. 30 (www.global-youth-group.de) Vielen Dank für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung dieser Informationen.

Abschließend sei noch erwähnt, dass Insbesondere in Australien und Neuseeland – zunehmend aber auch bei manchen Programmvarianten in den USA und in Kanada – die Gebühren für einen High School Aufenthalt deutlich höher liegen (können) als oben angegeben. Dies liegt u.a. daran, dass auch die Schulen in diesen Fällen einen Teil der Gebühren erhalten und diesen als willkommene Unterstützung für schulische Projekte in ihrem Haushalt einplanen.  Hierbei muss jedoch betont werden, dass die Schulen die eingenommenen Gelder auch durchaus wieder in die schulische Infrastruktur investieren, von denen ja dann auch die Gastschüler profitieren. So wird z. B. in Neuseeland  den Gastschülern fast immer ein persönlicher  Betreuungslehrer zur Seite gestellt wird.

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