Warum darf FC Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge nicht mit der Mannschaft in die USA einreisen?

Die ganze Woche über lesen wir schon Artikel über die Promo-Tour des FC Bayern in die USA, wo der Verein in der Lexington Avenue 560 in New York in den Stockwerken 21 und 22 das neue FC Bayern-USA-Büro eröffnet hat.

Eher am Rande erfuhren wir dabei, dass einige Nachwuchsspieler der U16 sowie die Redakteure des Vereinssenders FCB-TV   und selbst der  Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge keine Genehmigung hatten, mit der Mannschaft und dem großen Begleittross in die USA zu reisen, da sie keine Visa hierfür erhalten hatten.

Schnell stellt sich beim  nicht-USA-erfahrenen Leser oder Fan die Frage: wozu brauchen die denn überhaupt ein Visum? Man hört und liest doch immer wieder, dass deutsche Staatsangehörige  kein Visum für einen USA-Besuch benötigen.

Das ist und bleibt grundsätzlich richtig. Wenn man – wie die meisten Besucher  – aus Deutschland als Tourist in die USA reist, braucht man bis zu einer Aufenthaltsdauer von maximal 90 Tagen kein Visum. In diesem Falle muss man sich  über die ESTA (Electronic System for Travel Authorization: https://esta.cbp.dhs.gov/esta/application.html?execution=e1s1 ) mindestens 72 Stunden vor Antritt der Reise gegen eine Gebühr von z. Zt. 10 US $ registrieren. Eine auf diesem Wege erteilte Genehmigung ist bis zu 2 Jahre ab Datum der Erteilung der Genehmigung oder bis zum Ablauf der Gültigkeit des Passes gültig (je nachdem welches Ereignis zuerst eintritt).

Wer aber aus anderen Gründen (z. B. um eine zeitlich begrenzte Tätigkeit aufzunehmen, wer als Journalist die USA besuchen möchte, als High School-Schüler, als Au Pair etc.) in die USA einreisen möchte, benötigt hierzu ein Visum, das vor der Abreise in Deutschland ausgestellt werden muss.

Und genau unter diese Sonderregelungen fallen die Mitgliedern des FC Bayern, wenn sie eben aus Gründen der Eröffnung einer internationalen Außenstelle des Vereins in die USA einreisen möchten. Und korrekterweise hatten sie wohl die Visa beantragt, aber nicht damit gerechnet, dass im Computerland Nr. 1 das für die Visa-Erstellung zuständige Computersystem so weit zusammenbrechen würde, dass die Visa-Ausstellung über Tage nicht möglich war. Aber genau das ist dann passiert.

Dieser Ausfall des Computersystems traf allerdings nicht nur Deutschland, sondern auch andere Staaten weltweit. So musste z. B. der Schauspieler Daniel Radcliffe (Harry Potter) länger als geplant in Kanada bleiben, weil er kein Visum für die USA erhielt.

In Deutschland warteten zeitweise etwa 50,000 Menschen auf die Ausstellung ihrer Visa.

In einer Stellungnahme vom 29.7.2014 hat die Botschaft der USA in Deutschland ihr Bedauern über diese Panne ausgedrückt und Hilfe für Reisen ausschließlich aus dringenden humanitären Gründen angeboten.
In dieser Stellungnahme betont die Botschaft, dass sie den Zeitpunkt der Wiederaufnahme der Visa-Ausgaben noch nicht nennen kann.

Die offizielle Seite  des Department of State Bureau of Consular Affairs (http://travel.state.gov/content/visas/english.html) teilt mit,  dass die Ausgabe von Visa weltweit inzwischen wieder aufgenommen wurde. Anstelle der üblichen 480,000 Nicht-Einwanderungs-Visa hat die Behörde nach eigenen Angaben jedoch seit dem 22. Juli 2014 weltweit „nur“ 250,000 Visa erstellen können.  Die Behörde rechnet damit, dass die „back to normal-Phase“ noch einige Wochen auf sich warten lassen wird: „It will take some weeks before we are back to normal turnaround times on issued visas”.

Personen, die über die ESTA – Anmeldung (https://esta.cbp.dhs.gov/esta/application.html?execution=e1s1)  als Touristen in die USA einreisen möchten, sind von diesen Verzögerungen nicht betroffen.

Für die Zukunft kann man eigentlich nur eine Lehre aus diesen Ereiegnissen ziehen: Antrag möglichst FRÜHZEITIG stellen. Das gilt sowohl für den Visa- als auch für den ESTA-Antrag.

 

 

 

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