Längerfristige Auslandsaufenthalte während der Schulzeit

Hatten wir im vorigen Blog über die eher kurzfristigen Sprachreise-Angebote berichtet, die sich an die verschiedenen Altersgruppen (7-10, 10 – 14/17/18, 18+, 30+,50+) richten, so möchten wir heute aufzeigen, welche Möglichkeiten sich den Interessierten bieten, die einen längerfristigen (= mehrmonatigen) Auslandsaufenthalt planen.
Für mehrmonatige Auslandsaufenthalte kommen die folgenden Programmarten in Frage:

  • High School Aufenthalt
  • Multisprachenjahr
  • Work and Travel
  • Auslandspraktikum
  • Freiwilligendienste
  • Au Pair / Demi pair
  • Hoteljobs
  • Bezahlte Jobs im Ausland

Unter den Begriff High School Aufenthalt – oft auch als Gastschuljahr, Auslandsschuljahr, Schüleraustausch, Austauschjahr oder Schuljahr im Ausland bezeichnet  – fassen wir hier auch noch die Schulaufenthalte in Privatschulen und Internaten.

Zeitpunkt und Dauer des Auslandsaufenthaltes:

Diesen Aufenthalten ist gemeinsam, dass sie während der deutschen Schullaufbahn im Gymnasium oder im Anschluss an einen Realschulabschluss durchgeführt werden. Die Länge des Schulbesuchs im Ausland beträgt in der Regel zwischen 3 und 10 Monaten.
Hierbei findet jedoch kein  wirklicher Austausch statt, sondern der/die  deutsche Schüler/in besucht die Schule in einem Gastland und wohnt dort in einer Gastfamilie (alternativ: im Internat,dies ist meist meist bei Privatschulen der Fall). Nach dem Aufenthalt setzt der/die Schüler/in die Schullaufbahn in Deutschland fort (je nach Bundesland und nach den Absprachen mit der Schule), meist ohne das Jahr im Ausland in Deutschland „nachholen“ zu müssen.

Beliebteste Länder:

Die beliebtesten Länder (von insgesamt ca. 50) für diese Programmart sind USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Irland und Großbritannien.  Für diese Programmart werden meist  durchschnittlich befriedigend Schulleistungen vorausgesetzt und bei den genannten englischsprachigen Ländern auch befriedigende Kenntnisse der englischen Sprache. Diese letztgenannte Forderung (Kenntnisse der Landessprache) entfällt oft bei manchen Ländern mit in deutschen Schulen seltener unterrichteten Fächern wie z. B. Chinesisch, Japanisch oder Portugiesisch (Brasilien). In diesen Fällen empfiehlt es sich jedoch unbedingt, Grundkenntnisse der Landessprache – notfalls in externen Kursen oder im Selbst-studium – schon vor der Abreise zu erwerben. Vielfach (z. B. beim Schulbesuch in China) werden diese Vorab-Kurse  von den Anbietern der Sprachreise angeboten bzw. gehören teilweise sogar verpflichtend zum Programm dazu.

Welche Ziele werden mit dem Auslandsaufenthalt verfolgt?

Bei einem solchen High School Aufenthalt sollte man sich schon bei der ersten Planung die Frage stellen: welche Ziele verfolge ich mit diesem Schulbesuch im Ausland?
Möchte ich vor allem meine Sprachkenntnisse z. B. in Englisch verbessern?
Wenn dies der Fall ist, dann bietet sich die größte Auswahl an Schulen, denn egal wie qualitativ hochwertig die Schule ist (oder eben auch nicht):  dieses Ziel wird erreicht werden. Es ist aufgrund der Funktionsweise unseres Gehirns unmöglich, sich längerfristig in einer fremdsprachigen Umgebung aufzuhalten, ohne dass die Sprachkenntnisse dadurch  beeinflusst (= verbessert ) werden, vor allem wenn wir dies wirklich wollen.
– Möchte ich – zusätzlich zur Verbesserung der Sprachkenntnisse – ein neues Lernfeld (z. B. Business Studies, Meeresbiologie, Fotografie, Umweltmanagement), d.h. etwas, was in Deutschland so nicht oder nur am Rande angeboten wird, kennenlernen oder einen Schwerpunkt im Bereich Sport(möglicherweise noch in einer bestimmten Sportart), Kunst oder Musik ausüben?
Dies begrenzt  natürlich die Auswahl und man wird – zusammen mit dem Anbieter – überprüfen müssen, welche Schulen in welchem Land dieses gewünschte Fach überhaupt anbieten und in welcher Form und in welcher Qualität. Dies könnte sogar bedeuten, dass man das geplante Zielland  ändern muss.
Hierzu nur ein Beispiel: wer einen Schwerpunkt auf die Sportarten Lacrosse oder Eishockey legen möchte, wird mit großer Sicherheit eine Schule in Kanada wählen müssen, da es wahrscheinlichnur hier diese Angebote geben wird.

Bewerbungsfristen beachten

Wer sich für einen solchen Auslandsaufenthalt interessiert, sollte rechtzeitig mit der Informationen über die verschiedenen Möglichketien zusammenzutragen und die Tatsache beachten, dass es für viele Länder – und dazu zählen natürlich die am häufigsten gewählten – Bewerbungsfristen gibt, die zwischen 3 Monaten und einem halben Jahr vor dem Abreisetermin liegen. Auch ist in manchen Ländern – und auch dies gilt wieder besonders  für die am häufigst gewählten und die beliebtesten – das Angebot an Plätzen begrenzt. Und schließlich wollen ja auch Schüler/innen aus anderen Ländern der Welt an diesen Programmen teilnehmen. In diesen Fällen gilt die Devise: First come, first serve.

Für die Bewerbung für den Schulbeginn im Sommer 2013 haben Sie also je nach Ziellland nur noch wenige Wochen Zeit.

Zum Abschluss sei noch erwähnt, dass die früher häufig angebotenen und wahrgenommenen Schülerpraktika im Ausland aufgrund der Verkürzung der Schulzeiten undem damit jüngeren Alter der Bewerber zunehmend an bedeutung verlieren, da die Arbeitgeber in den Gastländer vielfach ein Mindestalter von 18 jahren voraussetzen.

In einem der nächsten Blogs werden wir über die anderen Programmarten für längerfristige Auslandsaufenthalte berichten.

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